Kloster Neustadt

Dominikus: neu erstandenes klösterliches Leben aus dem abgesägten Stamm Benedikts

Das Kloster der Neustädter Missionsdominikanerinnen, das Missionshaus St. Josef, steht in einer 1000 Jahre alten klösterlichen Tradition in Neustadt; vom 8. Jahrhundert an bis zur Säkularisation im Jahr 1803 waren Benediktiner in Neustadt ansässig, deren Einfluss bis nach Norddeutschland reichte. Anlässlich der 100-Jahr-Feier des Missionshauses St.Josef schuf der Benediktiner P. Meinrad Duffner OSB von der Abtei Münsterschwarzach ein Relief, das die Fortsetzung des klösterlichen Lebens nach den Benediktinern durch die Dominikanerinnen ausdrückt.

 

Die Berge des Kaplandes
Die Berge des Kaplandes

An der Missionsarbeit interessierte, junge Frauen wurden anfänglich per Schiff direkt zum Mutterhaus in Südafrika gesandt, um dort ihre klösterliche Ausbildung im Postulat und Noviziat zu erhaltern. Zwischen 1890-1912 waren es beispielsweise 67 Frauen, die ihre neue Heimat in Afrika suchten. Vom Hafen in Durban ging die Fahrt mit Ochsenwagen in das etwa 25 Meilen entfernte Oakford weiter.

Mutter Lucy Bader, eine gebürtige Schwäbin, wird wiederholt nach Deutschland um Ordensnachwuchs gesandt. Zusammen mit Sr. Raymund Osterrieder ist sie für die Gründung in Neustadt verantwortlich.

Abtsvilla im Frühling 1909
Abtsvilla im Frühling 1909

1909 wurde in Neustadt / Main die erste Niederlassung in Deutschland gegründet.Die ehemalige Sommerresidenz des Benediktiner Abtes, die sogenannte »Abtsvilla« wird gemietet.

Der damalige Ortspfarrer von Neustadt, Pfr. Riedmann, zeigte Wohlwollen und Sympathie für die »Weißen Schwestern«, so war die Bezeichnung der Dörfler oder Neustädter für uns.

 

 

 

Postulantinnen im Sonntagsstaat
Postulantinnen im Sonntagsstaat

Ab 1913 wurde ein Postulat / Noviziat in Deutschland, in Neustadt am Main eröffnet. Es wurde das ehemalige Rentamt von Fürst Löwenstein-Werthein-Rosenberg gemietet und später erworben.

Die ersten 7 Postulantinnen mussten von 1913 - 1920 auf die Zusage vom Mutterhaus in Afrika zur Einkleidung warten, da während des 1. Weltkrieges keinerlei Verbindung dorthin bestand.

Jährlich zweimal fanden Einkleidungs- und Profess-Feierlichkeiten statt, ebenso folgten auf letztere die Aussendungen der jungen Schwestern in die Mission nach Südafrika (insgesamt über 400, davon stammen allein 120 Schwestern aus der Diözese Würzburg).

Dies wurde durch den 2. Weltkrieg unterbrochen.

Klosterruine
Klosterruine

Die Ruine der ehemaligen Benediktinerabtei, und der darin befindliche Gemüsegarten der Schwestern mussten 1960 dem Neubau des neuen Klosters weichen.

 

 

 

 

 

 

Einweihung 1962

1962 nahm der Würzburger Bischof Dr. Josef Stangl die Einweihung des neuen Klosters vor, hier auf dem Foto beim Festakt mit Generaloberin Sr. de Lima, Fürst Löwenstein (2. v. r.) und dem Lohrer Landrat Balles.

1977 erfolgte in den nun leer stehen Wirtschaftsgebäuden der ehemaligen Benediktinerabtei die Errichtung eines medizinisch, therapeutischen Übergangszentrum, getragen vom Caritasverband der Diözese Würzburg. Derzeitige Trägerschaft hat das Erthal-Sozialwerk.

 

 

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Mutter Lucy
Mutter Lucy
Pfr. Riedmann auf der Wiese vor der Abtsvilla 1909
Pfr. Riedmann auf der Wiese vor der Abtsvilla 1909
Altes Rentamt 1920
Altes Rentamt 1920
Der Neubau
Der Neubau